agata góralczyk : texte

Vibram Five Fingers Tagebuch – Tag 2 auf dem Rad

„The typical human foot is an anatomical marvel of evolution with 26 bones, 33 muscles and hundreds of sensory receptors, tendons and ligaments. “
vibramfivefingers.com

Nachdem ich mir beim ersten Einsatz der Vibram Five Fingers KSO die Füßchen ein bisschen verkühlt hatte, sollten sie heute auf die Radtour mitgehen.

Nach 25km mit den KSOs auf dem Rad kann ich euch eines sagen: Das geht auf die Muskeln!

Radeln im Paradies

Krefeld ist ein Paradies für Radfahrer und der Bummel auf zwei Rädern gehört für uns zur üblichen Wochenendentspannung. Die Zehen schön in die KSOs fummeln, Fersenkappe aufziehen, Klett zu und los geht’s.

Zur Sicherheit habe ich noch meine ’normalen‘ Sneakers und ein paar Socken mitgenommen. Das erwies sich aber als völlig überflüssig. Denn die KSOs sind 100% fahrradtauglich.

Aufgesattelt

Die Andersartigkeit des Radelns mit den Five Fingers fängt direkt vor der Haustür an. Normalerweise würde ich den Fahrradständer einfach so wegkicken. Geht mit den KSOs nicht. Sie sind einfach zu weich. Der Fuß muss hier aktiv arbeiten und den Ständer führen.

Aufgesattelt trete ich das erste Mal in die Pedale. Zuerst ganz vorsichtig, dann immer fester. Was für ein Erlebnis!

Seid ihr schonmal barfuß Rad gefahren? Ich schon. Das war großer Mist. Metall und Gummi von den Pedalen kratzen am Fuß. Wenn ich absteigen muss, lande ich mit den Füßen sonstwo. Einmal bin ich mit dem nackten Fuß unter so ner Pedale hängengeblieben und habe mir wirklich mies weh getan.

Mit den Five Fingers ist das irgendwie ähnlich und doch ganz anders.

First contact

Durch die dünne Sohle der KSOs kann ich die Fahrradpedale genaustens spüren: Rillen, Gummi, etc. Trotzdem ist mein Fuß geschützt. Ich kann gefahrenlos absetzen, egal bei welchem Untergrund oder Dreck.  Es ist halt fast wie barfuß. Ich fühle mich sicherer.

Andererseits bedeutet Radeln mit den Five Fingers echte Arbeit. Normalerweise kann man den Schuh beim Radeln einfach als Hebel benutzen. Die Kraft, die ich aus dem Oberschenkelmuskel, respektive den Wadenmuskeln einsetze, kann direkt über den Schuh auf die Pedale umgelenkt werden.

Muskelschweiß

Mit den KSOs geht das so nicht. Die weiche Gummisohle lässt diese einfache Kraftübertragung nicht zu. Der Fuß muss richtig hart mitarbeiten. Der Druck aus den Beinmuskeln muss über den Knöchel und den Fußrist in den Fußballen geleitet werden. Da der Schuh hier zur Kraftübertragung entfällt, müssen die Knöchel- und Fußmuskeln die nötige Spannkraft aufbringen: das kostet verdammt viel Energie.

Vor allem aber: Das macht verdammt viel Spaß! Ich habe das Gefühl wirklich zu arbeiten. Meinen Körper gänzlich einzusetzen. Dafür bin ich geschaffen worden! Ein absolut geniales Gefühl.

Ich fahre wirklich gerne Fahrrad. Fast täglich zur Arbeit. Aber das Radeln mit den Five Fingers ist was Besonderes. Ah ja: Ich hatte tatsächlich anschließend Muskelkater: am Fußrist und in den Waden.

Das nächste Mal: Die Five Fingers im Auto.



6 Antworten zu “Vibram Five Fingers Tagebuch – Tag 2 auf dem Rad”

  1. Spike05de sagt:

    Als Vielradler kann ich mir nicht vorstellen mit den weichen Teilen ordentlich zu treten. Sehen zwar irgendwie lustig aus, aber für das Radeln eignen sich meiner Meinung nach Klickpedalschuhe eher.

  2. […] Vibram Five Fingers machen Spaß: auf der Party und auf dem Fahrrad hatte ich sie schon dabei. Es wurde Zeit sie im Berufsleben zu […]

  3. Manfred sagt:

    Bin gestern 31.05 mal 30 KM mit den Clasics gefahren das ist schon richtig Arbeit. werde mir aber andere Pedalen besorgen weil ich keine lust habe immer die SPD´s ab zuschrauben.

    • aga g. sagt:

      Ja, das geht auf die Waden 🙂
      Ich mach mich jetzt auf den Weg nach Frankreich. Mal schauen, was die 5-Fingers in den Vogesen so bringen.

  4. Manfred sagt:

    Na dann viel Spaß da ist ja alles drin Wasser, Berge und Abhänge. Ich habe mir mal breitere Pedalen geholt damit rutscht man nicht so schnell runte

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