agata góralczyk : texte

games sex kunst

Ich spiele seit über 20 (in Worten: zwanzig!) Jahren Videospiele.

Wie jedes andere seltsame Medium der menschlichen Fantasie können Videospiele Kunst sein. Jasper hat mal so was unglaublich cooles über Kunst gesagt. So ungefähr

Kunst zeigt eine Alternative der Wirklichkeit.

Das trift für mich den Nagel auf den Kopf.

Egal welches Medium: Damit es mich wirklich berührt, muss es sich mit einem Thema der menschlichen Wirklichkeit beschäftigen und einen besonderen Blickwinkel einnehmen. Einen anderen, als die, die ich eh schon gewohnt bin. So dass ich einen Augenblick inne halte, hm sage und eine neue Möglichkeit erhalte, die Welt zu sehen.

Bei Videospielen ist das zwar schwierig zu finden – der meiste Kram auf dem Markt ist da eher langweilig – aber nicht unmöglich. Und es wird immer mehr!

Gamecritics ist so meine Lieblingsseite, wenn es um Rezensionen geht, die den Finger in genau diese Wunde legen. Neuerdings ist hier Alex Raymond aufgetaucht und mischt die Front richtig schön auf. Denn sie schreibt so herrlich über Sex & Relationships und  Gender Roles in Videospielen – und das ärgert die Jungs.

Ich will Euch den Spaß nicht nehmen, die Artikel selber zu lesen. Es lohnt sich.

Nur ein wundervolles Beispiel: Das in Sachen Figurendiversität so hochgelobte Mass Effect (wow, lesbische Sexszenen; wow, eine echte Frauenromanze) hat mich genau da bis zum Einschlafen gelangweilt. Alex zeigt warum dieses politisch korrekte Spiel genauso sexistisch ist wie so ziemlich jedes andere Videospiel auf dem Markt.

Herrlich! Genau darin liegt der Grund, warum der gefeierte romantische Strang für weibliche Figuren absolut irrelevant ist. Er ist so langweilig und vorhersehbar, wie ihn nur ein unreflektierter GameDesigner schreiben konnte.

Reflektion und Kunst sind etwas anderes meine Herren. Zurück an die Arbeit.

Geht. Lest.

Foto von Gamecritics


Kommentar verfassen

noch mehr: rss | email | twitter