agata góralczyk : texte

Teneriffa – Rambla de Castro

Da ich gerade dabei bin meine Reiseberichte wieder auf Vordermann zu bringen, habe ich noch mindestens zwei Tage Teneriffa von meinem Kurzurlaub im Juni nachzutragen.

Route el Agua

Am dritten Tag meines Urlaubs habe ich mich aufgemacht der Route des Wassers zu folgen.

Obwohl das Klima auf Teneriffa insgesamt recht mild ist, empfängt mich der Tag mit gleißender Hitze. Ich starte am Playa des Roques. Der Atlantik wird die drei Felsen irgendwann zermürben. Bis dahin sind und bleiben sie ein wundersamer Anblick.

Industriearchäologie

Oberhalb des Strandes ist die Landschaft staubig und trocken. Hier entdecke ich das erste Überbleibsel der alten Wasserstraße: eine aus Bruchstein gefertigte Wasserleitung. Heute ein Teil der Industriekultur Teneriffas hatte das Ende des 19Jh errichtete, komplizierte Netzwerk aus Wasserleitungen und Pumpstationen zum Ziel, die Anwensen entlang der Küste mit Wasser zu versorgen.

Das aus dem zentralen Gebirge der Insel zur Küste hin fließende Regenwasser wurde – kurz bevor es in den Ozean münden konnte – in großen Becken aufgefangen, über Pumpstationen nach oben befördert und durch die Leitungen in die Wohngegenden der Insel geleitet.

Moderne Industriearchäologen untersuchen solche Orte und Installationen um die Kulturlandschaft der jeweiligen Länder zu erforschen.

Zeugen der Zeit

Die alten Wasserleitungen und deren Überbleibsel begegnen mir immer wieder auf meiner Wanderung. Teile davon bewässern noch kleine, verlassene Felder, auf denen Wildtomaten wachsen.

An anderen Stellen kann man noch alte Pumpstationen mit Industriemüll finden und dem Zahn der Zeit bei seiner Arbeit zuschauen.

Der interessanteste Ort auf meinem Weg aber dürften die Ruinen der alten Pumpstation von ‚Hamilton & Co.‘ sein. Diese 1902 erbaute Station wurde mit zahlreichen Dampfmaschinen betrieben, um tgl. mehrere tausend Kubikmeter Wasser zu einem 270m höher gelegenen Stausee über ca. 1,5km zu transportieren. Von dort aus wurde das Wasser über 20km ins Orotava-Tal verteilt.

Lost Place

Nicht nur, dass der Ort an sich spannend und gespenstisch ist. Nicht nur, dass es hier förmlich nach einer Reise in die Vergangenheit riecht. Nein, hier finde ich auch einen der feinsten Caches meiner Karriere: Ein virtual Lost Place – El Gordo. Die Details zu verraten wäre eine Schande Wer sich den Mund wässerig machen will, schaut sich die Fotostrecke unten im Trail an.

Nach umfangreicher Erforschung wandere ich weiter zur Playa de Castro, wo die Wellen des Atlantiks wild tosend über die Küste herfallen. Ich werde vom Wasser fast in den Ozean gezogen, das Schwimmen verkneife ich mir.

Kurze Wege

Oberhalb des Strandes ein weiteres Relikt vergangener Zeiten: Ein alter Wassertunnel führt durch den Berg. Ich packe meinen Mut ein und meine Strinlampe aus und wandere durch diesen kalten, unterirdischen ‚Wasserkanal‘ auf die andere Seite des Küstenzipfels.

Die Flora und Fauna bereichern meine Rückwanderung: die obligatorischen Eidechsen, eine Ostplantage mit Avocados, Grapefruits und anderen wundersamen Pflanzen und immer wieder der unendliche Ozean an meiner Seite.

Trailshow

Teneriffa – Rambla de Castro


El Gordo (Lost Place)



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