agata góralczyk : texte

Vogesen – Urlaub mit dem “Zigeunerwagen” – Strasbourg

Dies ist der zweite Teil unserer Reise mit dem Zigeunerwagen durch die Vogesen mit folgenden Stationen:
    1. Krefeld
    2. Strasbourg
    3. Fontenois La Ville
    4. Dampierre Les Conflans
    5. Baulay
    6. Ormoy
    7. La Basse-Vaivre
    8. Fontenoy Le Château
    9. Abschiedsschmerz: Adieu Zigeunerleben

      Strasbourg

      Die Normalesser genießen ihr französisches petit dejeuner, während ich ausschlafe, dusche, Yoga mache und meditiere. Thich Nhat Hanh’s Worte klingen noch in meinen Ohren: „Ich bin angekommen, ich bin zu Hause.“

      Mit dem Zug dann nach Mulhouse

      Mulhouse

      Hier ein Aufenthalt von einer Stunde. Mein Schädel platzt. Im Zug nach Lure mache ich ein Nickerchen. Die Kopfschmerzen lassen ein wenig nach.

      Lure

      Wir werden vom Taxi abgeholt. Über die Landstraße geht’s ins französische „Hinterland“. Der Taxifahrer berichtet, dass es auf unserer geplanten Strecke kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt. Wir müsse also noch einkaufen und erstürmen einen Hypermarché. Das Gefühl für die nächsten 30 Jahre Nahrung aufstocken zu müssen, überfällt uns. Wir verlassen den Laden mit prall gefüllten Einkaufstüten.

      Fontenois la Ville

      Endlich am Ziel. Unser Wagen – la roulotte – hat einen Namen: La Célestine. Eine Tisch-zu-Bett-Konstruktion, ein Hochbett in Kindergröße, Kochgelegenheit, Geschirrschrank und: ein Kühlschrank! Die Dame an der „Rezeption“ entwickelt umfangreiches Mitleid, als sie von meinem Eskimo-Leiden erfährt. Ehrlich gesagt, finde ich die weiter ansteigenden Kopfschmerzen viel grausamer

      Wir lernen Jacky kennen, der sich seit acht Jahren umd die Pferde hier kümmert. Früher war er Fernfahrer. Beides Berufe, in denen man viel Kontakt zu Menschen verschiedenster Herkunft hat, wie er uns versichert. Die ersten verschwitzten Pferde kommen an. Ordentliche Zugtiere, ausgepowert und müde. Indy, eines der müden Pferde, lässt sich mit viel Gemütsruhe nocheinmal auf das Einspann-/Ausspann-Spiel ein. Wir lernen alle Handgriffe und hoffen, alles richtig verstanden zu haben. Wir verbummeln den Nachmittag zwischen Pferden, Wagen und in erregter Erwartung unserer Reise.

      Unser erstes Abendessen im Holzwagen. Mein Kopf platzt. Der schwarze Tee hilft ein wenig. Ich weigere mich immer noch, eine Paracetamol zu nehmen. Der Spaziergang durch den Ort mäandriert zwischen verwunschen und trostlos verlassen. Viele Häuser verfallen vor sich hin. Der Friedhof  mit Gräbern von 1800 an leidet auch nicht unter Platzmangel. Abends noch ein Bier aufm Kutschbock. Ich nehme endlich eine Kopfschmerztablette. Ich will eine ruhige Nacht.

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      8 Antworten zu “Vogesen – Urlaub mit dem “Zigeunerwagen” – Strasbourg”

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