agata góralczyk : texte

Was Steve Jobs für mich gebracht hat

Ich habe StarTrek in meinem Wohnzimmer und lasse He-Man links liegen.

Eigentlich sollte hier ein Artikel über den schwarzen Ritter stehen. Aber uneigentlich ist diese Woche Steve Jobs gestorben.

Und jetzt diskutieren alle, was Steve Jobs der Welt gebracht hat: den iPod, das iPhone, das iPad, das..….

Wir diskutieren über den Menschen Steve Jobs. Dass er böse, doof und gemein zu seinen Mitarbeitern gewesen sein soll.

Wir diskutieren alle, wie er eine Firma aus dem Nichts zu einem der größten Konzerne der Welt gebracht hat. Und darüber, was für ein Visionär er war. Und was für ein Marketinggenie.

Ich kann nichts darüber sagen was Steve Jobs für andere war. Und ich habe ihn nie kennen gelernt. Ich habe natürlich die unglaublich coolen Keynotes gesehen, bei denen er seine Produkte vorgestellt hat. Ich habe viel gelacht und viel gestaunt. Aber was hat Steve Jobs für mich gebracht?

Steve Jobs hat für mich Spielsachen gemacht.

Er hat fantastische Spielzeuge erstellt. Spielereien, die meine Fantasie anregten. Spielsachen für Erwachsene.

Er hat Star Trek in mein Wohnzimmer gebracht!

Den Krieg der Sterne in meinem Haus stattfinden lassen!

Ich kann auf einem Ding irgendwelche Wisch-Bewegungen machen – swoosh swoosh swoosh – und dann habe ich irgendwelche Texte oder Videos oder das Internet da!

Er hat die Welt voller unnützer und verrückter Informationen in meine Hosentasche gepackt. Er hat mir so einen unglaublichen Coolnesslevel gegeben: Er hat mich spielen lassen. Mit Kleinigkeiten, mit unglaublich tollen Geräten und mit kleinen Details.

Und jetzt könnte man sagen: so what?

Ganz ehrlich. Überlegt mal. Wann habt Ihr das letzte Mal wirklich gespielt?

Ich meine nicht mit Euren Kindern oder Neffen oder Patenkindern. Ich meine: Wann habt Ihr als Erwachsener das letzte Mal wirklich das Gefühl gehabt zu spielen? Ein tolles Spielzeug zu haben, mit dem Ihr einfach Freude haben konntet. Eines, das Euch in eine andere Welt gebracht hat.

Wann hattet Ihr das letzte Mal das Gefühl, He-Man auszupacken? Wann hattet Ihr das letzte Mal etwas in der Hand, das alles sein konnte: Laserschwert, Lieblingsbuch, Kummerkasten. Grenzenloses Versprechen.

Ich bin 35 Jahre alt. He-Man begeistert mich nun mal nicht mehr.

Auch nicht Transformers, und Barbie nicht, und wer sonst da so rumfliegt. Habe ich alles schon gesehen.

Und überhaupt.

Mein ganzes Leben ist irgendwie zerfressen von Arbeit, Verpflichtungen, Sorgen, Ehe, Beziehungen, WeißDerKuckuckWas alles… Ach ja Steuererklärung und Karriere und Altersvorsorge nicht vergessen.

Und dann kommt dieser Mann. Ja. Dieser vom Krebs zerfressene Mann. Und bringt mir Spielsachen.

Da sitze ich auf meinem Sofa mit diesem Tablett auf dem Schoß und spiele. Und auch das Lesen von Artikeln im Internet ist Spiel. Und auch das Bearbeiten von Texten für dieses Blog ist ein Spiel. Und ich kann damit auf dem Fußboden liegen und mich rumfläzen und spielen. Ich habe wieder dieses wundervolle Gefühl, ein Spielzeug geschenkt bekommen zu haben.

Das ist unbezahlbar!

Spielen ist die einzige, wirkliche Möglichkeit gleichzeitig zu lernen und zu entspannen. Ich meine nicht so ein BuchLernen Lernen. Sondern wirklich neue, wirklich wichtige Dinge im Leben begreifen lernen. Überlegt mal: Wann hat das letzte Mal irgendjemand oder irgendetwas dafür gesorgt, dass Ihr spielen konntet? Mit 35 kommt das eher selten vor.

Steve Jobs hat mir Spielsachen geschenkt.

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