agata góralczyk : texte

Conan : die Original-Erzählungen aus den Jahren 1932 und 1933

Texas

Ein schüchterner Texaner schreibt in den USA der 30er Jahre Pulp-Geschichten über einen naiven, muskelbepackten Barbaren.

Verglichen mit den heutigen Größen der Fantasy war mir Conan einfach gestrickt – geradezu platt. In eine Welt gesetzt, die ihm immer fremd ist und die er nie begreift, begegnet er allen Problemen auf genau eine Art: mit dem Kopf durch die Wand. Ein Barbar halt.

Von der Einfachheit der Figur und der Erzählfäden sollte man sich aber nicht in die Irre leiten lassen.

Welt

Conan hat mich gebannt und verzaubert, mich in seine Welt hinein gezogen. Ich konnte diese Welt durch seine Augen sehen und das Unverstehbare, das Unbegreifbare einer Welt voller Gewalt, Intrigen und alter Mächte erfahren. Mit Conan habe ich eine zeitlose Welt bereist, ein verschwundenes Zeitalter.

Ja, Conan ist xenophob, sexistisch und noch so vieles mehr. Und er ist eine erträumte Figur. Ein starker, wilder Fremder, dessen vermeintliche Schwächen – unzivilisiert, barbarisch, einfach gestrickt – ihn zum einzigen Handlungs- und Überlebensfähigen machen.

Zivilisation

Denn Conan und seine Geschichten sind Zivilisationskritik. Kritik an der „Verweichlichung“ und „Überzivilisiertheit“ von Howards Welt. Kritik am Männerbild, an der US-Gesellschaft und an der Politik der 30er Jahre. Eine verzweifelte Kritik – wohlgemerkt, die als einzigen Ausweg, eine Figur zeigt, die außerhalb der Welt, in die sie geworfen wurde, zu existieren scheint.

Die Muster der Figur und der Erzählungen wiederholen sich. Nach einer gewissen Zeit hatte ich genug vom Gleichen gelesen. Denn auch das ist einer von Howards (Alp-)Träumen: Weder die Figur, noch die Welt, noch die Erzählstränge entwickeln sich. Alles bleibt beim Alten. Die Welt ist unrettbar verloren.

Conan die Originalerzählungen bei Goodreads


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