agata góralczyk : texte

Lehrerin (38) aus Berlin

Eine Lehrerin aus Berlin, ihr Mann und die drei Kinder nutzen das Rad als Haupttransportmittel.

Woher hast Du Dein Fahrrad?

Aus einem Fahrradladen.

Was hat es gekostet?

ca. 600€

Was ist Dein positivstes Erlebnis mit dem Fahrrad?

Verschiedene Radtouren.

Dein negativstes?

Beinahe-Unfälle.

Ist bei Dir zu Hause/in Deiner Familie sonst noch jemand mit dem Rad unterwegs?

Bei uns fahren alle mit dem Rad: Mein Mann und die drei Kinder.

Wofür benutzt Du das Rad?

Für die Wege zur Arbeit, zum Einkaufen. Es ist mein Haupttransportmittel.

Wie transportierst Du Deine “sieben Sachen”?

Unterschiedlich: In Fahrradtaschen oder im Fahrradanhänger.

Welches Image hat das Radfahren für Dich?

Es ist praktisch.

Welche Rolle spielt das Thema Sicherheit für Dich im Zusammenhang mit dem Radfahren?

Ich fühle mich sicher, aber manchen Radfahrern auf der Straße möchte ich zurufen, dass sie mehr auf ihre Sicherheit achten sollten. Sie fahren oft zu dicht an Autos entlang oder als „Geisterradler“*.

Welchen Vorteil hat das Radfahren für Dich?

Radfahren ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln billig. Es baut Stress ab und ich habe keinen Ärger mit typischen Autoproblemen, wie Reparaturen, Tanken und Parkplatzsuche.

Bist Du ein(e) typische(r) Radfahrer(in)?

Gibt es den/die?

Wann fährst Du nicht mit dem Rad? Warum nicht? Womit dann?

Längere Strecken in der Stadt fahre ich mit dem ÖPNV. Urlaubsreisen – je nach Ziel – mache ich mit der Bahn oder nehme einen Mietwagen/Carsharing.

Was müsste passieren, damit Du noch öfter mit dem Rad unterwegs bist?

Es müsste eindeutig bessere Möglichkeiten geben, mit radfahrenden Kindern unter acht Jahren unterwegs zu sein, denn die müssen auf dem Gehweg fahren und ich darf nicht. So kann man nicht gut zusammen radeln.

Was müsste passieren, damit noch mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind?

Wir bräuchten mehr Platz für Radfahrer, egal ob auf der Fahrbahn oder auf separierten Wegen. Ein zusammenhängendes Radwegenetz halt. Dann fehlt es an Fahrradparkplätze an Einkaufsstraßen bzw. in Einkaufszentren und Werbung dafür. (Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Grand Arcade“ in Cambridge: Hier gibt es ein Fahrradparkhaus mit der Möglichkeit, Buggys für Kleinkinder fürs Shoppen auszuleihen.) Wichtig wäre auch eine positive Verstärkung seitens der Gesellschaft, eine Art Belohnung für Radfahrer statt „Victim Blaming“**.

Wie viele km fährst Du in einer Woche mit dem Rad?

ca. 50-60 km

* Als „Geisterradeln“ wird das Fahren mit dem Rad auf der falschen Fahrbahnseite bezeichnet.

** Beim „Victim Blaming“ – auch „Täter-Opfer-Umkehr“ genannt – wird die Schuld für eine Straftat beim Opfer gesucht.

Mit diesen “Kurzinterviews” möchte ich auf die Alltäglichkeit der Radnutzung und damit den Bedarf an geeigneter Infrastruktur in Deutschland aufmerksam machen. Den Fragebogen kann jeder Alltagsradler online ausfüllen.
Ich erlaube mir, die Antworten ein wenig von Tippfehlern zu befreien und die Lesbarkeit durch ein paar Korrekturen zu verbessern.



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