agata góralczyk : texte

Bert (51), Journalist aus Hannover

Bert genießt die Fahrten durch den Stadtwald und wünscht sich auf Menschen zugeschnittene Städte.

Woher hast Du Dein Fahrrad?

Von einem Händler im Internet. Ich muss nämlich sonst immer ziemlich lange nach der richtigen Rahmengröße suchen und finde sie meistens doch nicht in physischen Läden. Oder nur zu exorbitanten Preisen.

Was hat es gekostet?

ca. 500 €

Was ist Dein positivstes Erlebnis mit dem Fahrrad?

Jede Fahrt mit dem Rad durch den Stadtwald ist das positivste Erlebnis, das ich mir im Alltag vorstellen kann. Und das habe ich mindestens zweimal täglich!

Dein negativstes?

Von einer hannoverschen Polizeistreife angeherrscht zu werden, statt der Fahrbahn gefälligst den Fußweg („Radfahrer frei“) zu benutzen.

Ist bei Dir zu Hause/in Deiner Familie sonst noch jemand mit dem Rad unterwegs?

Ja, alle.

Wofür benutzt Du das Rad?

Für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Sport treiben, für Ausflüge.

Wie transportierst Du Deine “sieben Sachen”?

Wenn das Rad allein mal nicht reicht, wird der alte Kinderanhänger reaktiviert und beladen.

Welches Image hat das Radfahren für Dich?

Für mich ein sehr gutes. Gesamtgesellschaftlich könnte das Image hier und da noch etwas Politur gebrauchen. In der Presse, in öffentlichen Meinungsäußerungen und nicht zuletzt in der tatsächlichen Verkehrsplanung entsteht leider noch viel zu oft der Eindruck, Radfahrer seien minderwertige Verkehrsteilnehmer.

Welche Rolle spielt das Thema Sicherheit für Dich im Zusammenhang mit dem Radfahren?

Keine größere als im Zusammenhang mit anderer Aktivität. Oder verstehe ich die Frage vielleicht nur nicht richtig? Sie klingt für mich etwa wie „Welche Rolle spielt das Thema Sicherheit für Dich im Zusammenhang mit dem Atmen?“ Oder ist die Sicherheitsausrüstung (Licht, Bremsen etc.) gemeint? Darauf achte ich natürlich sehr genau, dass alles funktioniert. Falls Requisiten des Sicherheitstheaters wie Schutzhelme und Warnwesten gemeint sind: nein, danke. Die Leute, die so etwas tragen, scheinen weder zu wissen, dass es im Ernstfall nichts nützt, noch, wie unvorteilhaft sie damit aussehen.

Welchen Vorteil hat das Radfahren für Dich?

Ich komme überall hin und darf mich dabei an der frischen Luft bewegen. Und wenn nicht, werde ich mitsamt meinem Fahrrad schnell zum Fußgänger. Oder zum Eisenbahnfahrgast.

Bist Du ein(e) typische(r) Radfahrer(in)?

Schon wieder so eine schwierige Frage. Was ist denn ein typischer Radfahrer? Wenn ich mich so umgucke unter anderen Radfahrern: Die sind alle völlig unterschiedlich, wie Menschen eben so sind.

Wann fährst Du nicht mit dem Rad? Warum nicht? Womit dann?

Ich bin gelegentlich als Tourist ohne eigenes Fahrrad unterwegs. Wenn es dann kein Leihrad gibt, muss ich halt öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Was müsste passieren, damit Du noch öfter mit dem Rad unterwegs bist?

Die Bahn müsste ihr Mitnahmeangebot deutlich erweitern, etwa auf ICEs.

Was müsste passieren, damit noch mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind?

Der Benzinpreis müsste auf ein umweltverträgliches Maß steigen und es dürfte keine von der Allgemeinheit finanzierten Autostellplätze mehr geben. Die Städte und Kommunen müssten auf Menschen zugeschnitten sein, nicht auf Autos.

Wie viele km fährst Du in einer Woche mit dem Rad?

ca. 100 km

Mit diesen “Kurzinterviews” möchte ich auf die Alltäglichkeit der Radnutzung und damit den Bedarf an geeigneter Infrastruktur in Deutschland aufmerksam machen. Den Fragebogen kann jeder Alltagsradler online ausfüllen.
Ich erlaube mir, die Antworten ein wenig von Tippfehlern zu befreien und die Lesbarkeit durch ein paar Korrekturen zu verbessern.



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