agata góralczyk : texte

Gretas Abenteuer (2)

Nachdem sie durch zehn große Pfützen gehüpft war – Greta hatte sie ganz genau gezählt – sah sie etwas aus der Hecke hervorlugen. Es war gelb und sah aus wie vielleicht ein Gummistiefel. Ein gelber Gummistiefel. Greta pikte mit ihrem Stock in den gelben Stiefel. Der bewegte sich! Seltsam. Greta stach etwas kräftiger in die Hecke hinein: In dem Stiefel war irgendetwas drin. Auf einmal hörte sie, wie jemand ganz laut rief:

“Autsch! Was soll das?!”

Der Stiefel verschwand in der Hecke. Greta riss die Augen vor Schreck auf, da wackelte schon die ganze Hecke. Plötzlich stand auf dem Weg ein ganz fremder Junge. Den hatte Greta hier in der Siedlung noch nie gesehen. Er war ein wenig größer als sie, aber nicht viel. Seine hellen Haare waren ganz durcheinander und überall steckten Blätter und Zweige drin.

“Was machst Du da? Wieso pickst Du mich?”, beschwerte er sich.

Greta wollte gerade etwas sagen, da verzog der Junge sein Gesicht:

“Ist auch egal. Geh weg. Ich bin auf der Pirsch. Das ist nix für Mädchen.”

Mit einer geschickten Bewegung tauchte er wieder in die Hecke und verschwand so schnell wie er vorher rausgesprungen war. Pirsch? Was war Pirsch? Greta hatte das Wort noch nie gehört. Sie mochte Wörter, die sie noch nicht kannte. Pirsch. Vielleicht war das was zum drauf Sitzen? Oder liegen? Er hatte AUF der Pirsch gesagt. Vielleicht konnte man da auch drauf klettern? Greta wurde immer neugieriger. Sie musste unbedingt herausfinden, was diese Pirsch war. Sie machte sich ganz klein, schob mit den Händen die Hecke ein wenig auseinander und kletterte hinein. Sie zog sich die Kapuze ihres gelben Matschmantels über den Kopf. Die Heckenzweige würden bestimmt piksen. Langsam und gaaaaanz vorsichtig krabbelte Greta hinter dem fremden Jungen her in die Hecke hinein.

Fortsetzung folgt…



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