agata góralczyk : texte

Gretas Abenteuer (4)

Gerade als sie ihn genauer nach dem Schwein fragen wollte, sprang der fremde Junge auf und rannte los. Greta zögerte keinen Augenblick. Wenn es hier ein Schwein gab, wollte sie dabei sein. Der fremde Junge war größer als Greta und hatte viel längere Beine. Überhaupt konnte der viel schneller rennen. Greta bemühte sich mitzuhalten, aber die Gummistiefeln wurden immer schwerer und ihr blieb die Puste weg. Sie wollte doch das Schwein sehen!

Der fremde Junge verschwand gerade hinter ein paar Sträuchern. Greta zwängte sich auch durch die Zweige und sah plötzlich eine schnelle Bewegung: Ein kleines Tier flitzte über die Wiese und auf einen Teich zu. Das musste der Garten von Herrn Herrmann sein. Der hatte so einen Teich. Der Junge war schon fast am Teich, da rutschte das kleine Tierchen aus und fiel ins Wasser. Greta kannte die Stelle. Das Wasser sah immer so nett aus, aber um den Teich herum war eine Folie. Die war sehr glitschig und auch Greta war schon einmal im Sommer in den Teich geplumpst. Jetzt war aber nicht Sommer sondern Frühjahr und es war kalt. Das Wasser im Teich war bestimmt auch sehr kalt. Greta war nun außer Atem am Teich angekommen. Der Junge starrte in den Teich. In dessen Mitte versuchte das kleine Tier verzweifelt ans andere Ufer zu kommen.
“Jetzt haben wir es“, rief der Junge.
Greta verstand nicht so wirklich, was sie jetzt hatten. Sie sah nur, dass das kleine Tier auf der anderen Seite aus dem Teich zu klettern versuchte und runter rutschte. Um den Teich herum war überall diese glitschige Folie und kleine Tiere konnten da anscheinend nicht raus klettern. Der Junge stand immer noch erwartungsvoll am Teich.
“Das kleine Meerschwein. Das schaffte es nicht raus!”
Greta dachte nicht lange nach. Sie kannte den Teich von Herrn Herrmann gut. Es war zwar alles rutschig und das grüne Zeug, das oben drauf schwamm, war auch schmierig und fies. Aber der Teich war nicht tief. Greta wusste das vom letzten Sommer, als sie beim Spielen reingefallen war. Sie packte ihren Stock und rief dem fremden Jungen zu:
“Halt meine Hand!”
Der verstand zwar gar nicht worum es ging, griff aber Gretas herausgestreckte Hand. Mit der einen Hand hielt sich Greta an dem Jungen fest. Mit der anderen Hand hatte sie ihren Stock umklammert. Dann machte sie einen großen Schritt und einen zweiten und da war sie schon im Teich. In der Mitte, wo das Schweinchen versuchte mühsam weiter zu paddeln. Das Wasser reichte gefährlich nah an den Rand von Gretas Gummistiefel. Sie streckte ihren langen Stock nach vorne und das kleine Tierchen klammerte sich schnell dran.
“Zieh!”, rief Greta dem fremden Jungen zu.
Der guckte immer noch mit offenem Mund, was Greta da machte.
”Du. Junge! Zieh. Sonst schaffen wir es nicht.”
Das musste sie ihm nicht zweimal sagen. Er zog mit aller Kraft an Gretas Hand. Der Boden war matschig und die Folie rutschig. Der fremde Junge fiel als erster hin. Greta konnte sich nur noch bis zum Teichrand halten. Dann fiel auch sie hin. Mit gemeinsamer Mühe schafften sie es aber, alle drei heil an Land zu kommen. Als Greta aus dem Teich krabbelte, hing das kleine Schwein nass und müde über ihrem Stock. Sie selber sah auch nicht viel besser aus. Ihre schönen gelben Matschklamotten, waren jetzt genau das: matschig. Sie waren nicht mehr leuchtend gelb, sondern braun, grün und schmierig. Greta zog die Gummistiefel aus. Bei der ganzen Rettungsaktion war doch Wasser in die Stiefel gelaufen. Sie kippte es raus und wrang ihre Socken aus. Zum Glück war es nicht viel Wasser gewesen. Trotzdem: Was für eine Sauerei. Bevor Greta aber weiter über ihre verschmierten Klamotten und nassen Socken jammern konnte, rief der Junge:
“Das Schwein haut ab! Los, Du. Hinterher!”

Fortsetzung folgt…



2 Antworten zu “Gretas Abenteuer (4)”

  1. krampe sagt:

    Los, Du. Mädchen! Weiterschreiben.

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